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Bürgerkanzel - "Kraft der Zerbrechlichkeit"
Eingestellt am: 03.02.2012

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Taufe

Das Wasserzeichen - für Deinen Wert steht Gott ein

Jeder Geldschein hat ein Wasserzeichen als Garant dafür, dass dieser Schein echt ist, dass also tatsächlich dieses Stück bedrucktes Papier den Wert von z.B. 100 € hat. Dafür steht die Europäische Zentralbank ein. So ist es auch, bildlich gesprochen, mit der Taufe. Sie ist das „Wasserzeichen“ als Symbol dafür, dass Gott für das Leben des Getauften einsteht. Für Gott ist dieser eine, einmalige Mensch wertvoll, egal was kommt und wie sein Leben verläuft. Das wird mit dem Gottesdienst zur Taufe gefeiert und gilt bedingungslos: Gott steht für dich ein. Du bist ihm wichtig. Die Erinnerung an diese Zusage kann helfen, durch Selbstzweifel hindurch zu finden

In Beziehung leben: die Taufe als Sakrament der Zugehörigkeit

Es ist gut und lebenswichtig für jedes Kind, Eltern zu haben, die für es da sind. Auch andere Menschen kommen dazu, Menschen leben in Beziehung. Eltern werden ihre Kinder mit zunehmendem Alter loslassen müssen, sie den eigenen Weg finden lassen. Mit der Taufe wird deutlich, dass dieser eigene Weg nicht ohne Rückhalt und Begleitung bleibt. Im Taufevangelium, dem biblischen Abschnitt aus dem Matthäus-Evangelium (Mt. 28, 18-20), der bei jeder Taufe gelesen wird, sagt Jesus zu seinen Jüngern: Denkt daran: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Zeiten. In der Taufe wird dies häufig ausgedrückt durch das Kreuzeszeichen, das dem Täufling mit der Hand des Taufenden auf Stirn und Brust gezeichnet wird: „Du gehörst zu Jesus Christus, er ist mit dir auf dem Weg.“ Zugleich steht jeder Getaufte mit Glaubenden durch die Jahrhunderte hindurch und mit Christen in der ganzen Welt in einer großen Gemeinschaft. Um dies auszudrücken wird bei der Taufe auch der alte und in allen Kirchen bekannte Text des Glaubensbekenntnisses gemeinsam gesprochen Formell ist deshalb die Taufe das entscheidende Kriterium für die Mitgliedschaft in der Kirche. Die Paten, die bei einer Kindertaufe dazugehören, stehen für dieses größere Beziehungsnetz über die Familie hinaus ein und sollen dem Täufling die Zugange dazu erschließen. Deshalb ist es unabdingbar, dass die Paten Mitglied einer Kirche sind (es muß nicht die ev.-luth. sein) und dies durch einen Patenschein der Wohnsitzgemeinde des Paten bescheinigt wird.

Als Säugling taufen oder:„Sie soll es später mal selbst entscheiden“?

Die Geburt eines Kindes ist für die Mutter und den Vater ein großes Erlebnis, das ihre Welt verändert: Die Partnerschaft muss sich völlig neu darauf einstellen, der Alltag bekommt einen anderen Rhythmus, Risikogefühl und der Blick auf lange Zeiträume verändert sich mit der Verantwortung für ein Kind. All das sind gute Gründe, die Taufe nahe an der Geburt vor allem als einen Gottesdienst für die Eltern zu feiern. Darin ist Raum, den Dank und die Freude über das Kind auszudrücken, aber auch Gelegenheit, sich als Eltern dessen zu vergewissern, was in den beiden vorigen Abschnitten gesagt wurde: Sie können und müssen nicht für alles allein einstehen. Natürlich kann die Taufe auch zu jedem anderen Zeitpunkt stattfinden: Ein etwas älteres Kind wird selbst Anteil nehmen am Geschehen, es vielleicht z.B. als 5 jähriges selbst in Erinnerung behalten. Oder die Taufe findet im Rahmen eines späteren Konfirmanden-Unterrichts statt. Aber auch eine Taufe mit 17 oder 18 Jahren hat ihren eigenen Reiz, wenn der eigene Lebensweg Kontur bekommt und die Fragen nach dem, was Glaube bedeuten kann, tiefer reichen. Die Taufe wird dann in der Regel mit einigen Gesprächen zwischen der oder dem zu Taufenden und einem Pastor, einer Pastorin verbunden sein.